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Kultur auf dem Marktplatz - seit 2012 ein kulturelles Angebot für die ganze Familie
Das mehrtägige Programm auf dem Marktplatz, das jährlich Mitte Juli als eine Open-Air-Veranstaltung präsentiert wird, bietet für Groß und Klein Abwechslung und Unterhaltung. Das besondere: Der Eintritt ist an allen Tagen frei. Für das leibliche Wohl wird immer bestens gesorgt.
Der erste Tag gehört am Nachmittag den Kleinen, die mit einem kindgerechtem Unterhaltungsprogramm zum Zuhören und Mitmachen animiert werden. Am Abend werden die Gäste von unterschiedlichen Künstlern, Chören oder Bands unterhalten.
Am zweiten Tag wird die ältere Generation bei Kaffee und Kuchen unterhalten. Die Unterhaltungsmusik reicht von alten Schlagern, Polkas und Märschen über Ohrwürmer aus Oper und Musical bis hin zu böhmisch und mährischer Musik. Das Abendprogramm war schon mehrfach von "barrierefreier Musik" geprägt. Dafür standen bereits die "Brenz Band" aus Ludwigsburg, die Rockband "pelinger" sowie "Better Than" von der LebensWerkstatt Heilbronn auf der Bühne.
An einem der folgenden beiden Tage sind die Musikerinnen und Musiker der Combination BigBand aus Leingarten regelmäßig zu Gast, die Arrangements berühmter Big Bands aus der mitreißenden Swing-Ära, von Glenn Miller über Count Basie bis zu Duke Ellington, spielen. Ebenso im Repertoire befinden sich Stücke aus moderner Big Band Literatur und Arrangements aktueller Titel aus dem Pop- und Rockbereich.
Jedes Jahr erwartet dir Gäste am Samstagabend ein besonderes Highlight: Neben dem A-cappella-Quintett "füenf" aus Stuttgart, "Danny and the wonderbras", Günther Sigl, Frontmann und Gründer der "Spider Murphy Gang", die mit dem Conga Award ausgezeichnete Partyband "StreetLIVE Family", konnte bereits zwei Mal die deutsche Folkrock-Polka-Band "HISS" aus Stuttgart engagiert werden. Auch "wendrsonn", "Schöne Mannheims", die Band "24/7" sowie "StimmAlarm" haben schon den Marktplatz zum Beben gebracht.
Rückblick: So lebt Leingarten "Kultur auf dem Marktplatz"
Hier lassen wir die schönsten Momente vergangener " Kultur auf dem Markplatz" Veranstaltungen Revue passieren: mit Presseberichten aus unserem Amtsblatt und Bildern, die zeigen, was Kultur auf dem Marktplatz so besonders macht.
Kultur auf dem Marktplatz 2026
„Kultur auf dem Marktplatz“ – Seit 2012 der kulturelle Höhepunkt im städtischen Veranstaltungsreigen
Auch die dreizehnte Auflage von „Kultur auf dem Marktplatz“ hatte seine Anziehungskraft nicht verfehlt. Mehrere Tausend, überwiegend einheimische Besucherinnen und Besucher strömten von Mittwoch bis Samstag auf den Rathausvorplatz, um das tolle Ambiente und die großartigen Darbietungen der Akteure auf der Bühne zu genießen. Gute Laune war Trumpf. Kein Wunder bei dem vielseitigen musikalischen Angebot. Mit einer Kinder-Mitmach-Show wurde das Open-Air-Programm am Mittwochnachmittag eingeläutet. Auch die Gaumenfreuden kamen an den vier Veranstaltungstagen nicht zu kurz. Dafür sorgten das Neckarsulmer Restaurant und Catering Stadtgespräch mit einem vielseitigen Speiseangebot und Christian Hirsch Weine mit auserlesenen Tropfen.
Für die kostenlose, von der Stadtverwaltung finanzierte Kultur unter freiem Himmel wurden von den Gästen nur Bestnoten vergeben. Manche gerieten regelrecht ins Schwärmen. Wie Christian Groß-Hetzel, der mit seinem Bruder und einem Freund die Veranstaltung besucht hat. „Es ist fantastisch, was in Leingarten alles geboten wird“, meinte er. Das Festival bezeichnete Groß-Hetzel, der seit zwei Jahren in Leingarten wohnt, als „sehr gelungen“. Es sei für alle etwas dabei. Mit der Open-Air-Veranstaltung habe die Stadtverwaltung einen Ort der Begegnung und Geselligkeit geschaffen, sagte Christian Hirsch. Dadurch fördere sie das gemeinschaftliche Zusammenleben in der Kommune.
An den heißen Tagen, so der Weinerzeuger, seien Schorle als Durstlöscher sehr beliebt gewesen, bei den Weinen nannte er den Grauburgunder als den „Renner“ vor dem Virgina Sauvignon blue und Lovely Pink.
Mittwoch
Auftakt mit Clown Rinaldo
Den Auftakt von „Kultur auf dem Marktplatz“ bildete die Kinder-Comedy-Show mit Klaus Leppert alias Clown Rinaldo. Auf und vor der Bühne zeigte der Karlsruher, dass in ihm ein wahrer Tausendsassa steckt. Seine Show beinhaltete Elemente aus Slapstick, Artistik und Jonglage. Das Besondere an seiner Darbietung war, dass die Gäste nicht nur passive Zuschauer blieben, sondern aktiv in die turbulente Vorstellung mit eingebunden wurden.
Als wahrer Entertainer verstand es Rinaldo gekonnt, Situationen im Publikum aufzugreifen, um eine gelockerte Atmosphäre zu schaffen. Immer wieder holte er sich aus den Zuschauerreihen junge Hilfskräfte auf die Bühne, um mit ihnen zu jonglieren oder auf lustige Art und Weise Shakespeares Romeo und Julia nachzuahmen.
Unglaublich, was Rinaldo alles mit Seifenblasen anstellte. Mit den Fingern, an Seilen, Keschern oder mit dem Blasrohr erschuf er schimmernde Traumgebilde, die schwerelos bis zum Zerplatzen durch die Luft waberten, ihre Form veränderten, zur federleichten Raupe wurden oder die Kinder komplett umhüllten. „Ihr dürft die Seifenblasen gerne auch mit nach Hause nehmen“, scherzte der König der Seifenblasen, wenn sich eine größere Bubble über den Köpfen der faszinierten Kinder herabsenkte, bis sie mit einem leisen „Pitsch“ zerplatzte.
Der Chor Open Doors traf den Geschmack des Publikums.
„Freuen Sie sich auf vier Tage beste Unterhaltung und heute auf die Darbietungen des Chors Open Doors“, sagte Bürgermeister Ralf Steinbrenner zu Beginn der Abendveranstaltung des ersten Tags.
Er versprach nicht zu viel. Vor rund 600 Gästen zündete die Erlenbacher Gesangsformation, deren Akteure aus dem Raum Heilbronn, Hohenlohe und Stuttgart kommen, ein brillantes Feuerwerk mit großartigen Arrangements aus der Pop- und Rockgeschichte sowie eigenen Kompositionen. Temperamentvoll angetrieben vom Motor, Chorleiter Uli Dachtler auf dem Piano und professioneller musikalischer Begleitung mit E-Gitarre (Uwe Metzler), Bass (Moritz Radbruch) und Drums (Mario Finkbeiner), erlebten die Zuhörerinnen und Zuhörer ein fast dreistündiges, effektvoll gestaltetes Bühnenspektakel mit großartigen gesanglichen Darbietungen.
Schnell sprang der Funke der Begeisterung auf das Publikum über. Beifallsstürme gab es bereits zum Auftakt für den von den drei Solistinnen Susi Kohl, Bärbel Henle und Lena Fetter einzigartig interpretierten Bette-Midler-Song „The Rose“. „Addicted to love“ und „You took the words“, hießen die nächsten Titel, die die 20-köpfige Gesangsgruppe auf ihrer musikalischen Reise der Extraklasse vortrug. Sonderbeifall gab es zwischendurch für Uwe Metzlers geniale Gitarrenriffs. Weitere solistische Einlagen durch Jutta Schmidt und Mathias Ruppel, der vor allem beim John Miles-Song „Music“ seine gesanglichen Qualitäten zeigte, forderten den Applaus des Publikums geradezu heraus. Mit den Zugabestücken „Barcelona“, und „Bohemian“ ging ein großartiger Konzertabend für viele Zuhörer viel zu schnell zu Ende.
Donnerstag
Senioren-Nachmittag mit der Blaskapelle Alte Kameraden
Das war ganz nach dem Geschmack der zahlreichen Besucherinnen und Besucher des Seniorennachmittags: Auf Kosten der Stadtverwaltung genüsslich eine Tasse Kaffee trinken, dazu ein Stück Kuchen essen und der Blaskapelle Alte Kameraden Massenbachhausen Leintalmusikanten zuzuhören. Diese sorgten unter der Leitung ihres neuen Dirigenten Klaus Ritter mit schmissigen böhmisch-mährischen Liedbeiträgen für beste Unterhaltung.
„Lasst uns grüßen mit schöner Blasmusik“ hieß der Marsch zum Auftakt des fleißig spielenden Orchesters, dass das Stück „Ewig schad“ nachlegte und in der Folge auch Lieder zum Mitsingen, Mitklatschen und Schunkeln zu Gehör brachte. Der Applaus zeigte es: Dem Publikum gefielen die dargebotenen Stücke wie „Im schönen Leintal“, „der Schornsteinfeger aus Eger“, „Auf der Vogelwiese“, „Böhmischer Traum“ und „Auf Wiedersehn“. Mit der „Kutschenpolka“, verabschiedeten sich die Leintalmusikanten unter dem Beifall der Gäste. „Wenn ihr wollt, kommen wir nächstes Jahr gerne wieder“, versicherte Klaus Ritter.
Unvergessene Hits und musikalische Ohrwürmer von den Bautzy's
„Drückt die Daumen, dass das Wetter hält", forderte Bürgermeister Ralf Steinbrenner die Gäste vor dem Auftritt der Mosbacher Kultband „The Bautzy's" auf. Doch es half leider nicht. Mit den Titeln „A hard day's Night“, „Get Back“, und „Twist and Shout“, kamen die Beatle-Fans gleich zu Beginn voll auf ihre Kosten. Franzi Banholzer, die in vielen der über 40 gespielten Rock-, Beat- und Blues-Rhythmen die Gäste mit ihrer brillanten Stimme begeisterte, erntete für den grandios gesungenen Tina Turner-Song „The Best“ riesigen Applaus.
Kaum waren die letzten Töne von „Verdamp lang her“ von BAP und „Schickaria“ (Spider Murphy Gang) verklungen, fielen bereits die ersten Regentropfen. Doch die achtköpfige Band, die weitere bekannte Titel von Eric Clapton, Joe Cocker, Bryan Adams, Cliff Richard, Juliane Werding, Steppenwolf, den Rolling Stones, Eagles oder der Spencer Davis Group an diesem Abend in ihrem Repertoire hatte, ließ sich dadurch nicht aufhalten. Spielfreudig wie eh und je war auch der 80-jährige Hartmut Landhäusser, der 1963 The Bautzy's gegründet hat und bis heute auf dem Keyboard den Ton angibt. Er ließ es sich nicht nehmen, der Organisatorin von Kultur auf dem Marktplatz, Manuela Greiner, für die vorbildiche Vorbereitung für den Auftritt der Band in Leingarten ein Präsent aus Mosbach zu überreichen.
Als dann nach 30 Minuten Petrus den Regen eingestellt hatte, füllte sich im Nu die Fläche vor der großen Bühne mit Tänzerinnen und Tänzern. Doris Rampmeier-Leopold und ihr Mann stand die Begeisterung über die wundervolle Musik der Bautzy's ins Gesicht geschrieben. Die Liedauswahl sei perfekt, meinte Werner Leopold und die Frau mit der schönen Stimme, Franzi Banholzer, singe authentisch. „Lets twist again“ von Chubby Checker, „Rose Garden“ (Lynn Anderson) und Roy Orbisons „Pretty Woman“, spielte die Musikgruppe bis der Regen abermals einsetzte. Mit dem Titel „I love Rock 'n' Roll“ verabschiedete sich die Band nach kapp drei Stunden vom stark applaudierenden Publikum. Er finde es „super“, sagte Bürgermeister Steinbrenner, dass trotz Regen noch sehr viele Gäste bis zum Schluss dageblieben sind.
Freitag
Combination Big Band – Ein Garant bester Unterhaltung
Es war Hörgenuss auf hohem Niveau, das die Besucher am Freitagabend von der Leingartener Combination Big Band (CBB) serviert bekamen. „Traditionell treten wir bei dieser Veranstaltung auf“, informierte Sänger Jürgen Püschel und verriet: „Wir haben heute drei Sets mit 30 wunderbaren Titeln für euch parat.“
Mit fetziger Swingmusik, modernen Latin- und Funk-Arragements sowie knackigen Rocknummern begeisterten die 20 Vollblutmusikerinnen und -musiker dann das Publikum.
Mit dem Stück „One more once“ stieg die Band ins musikalische Geschehen ein und ließ danach den von Susanne Theves und Jürgen Püschel gesungenen Bluesstandard „Everyday i have the Blues“ folgen. Die Regenwolken hatten sich mittlerweile verzogen, als die spielstarke Gruppierung das Stück „I make my own Weather“ (Ich erstelle mein eigenes Wetter) auflegte. Im breiten Sortiment der Stilrichtungen befanden sich so bekannte Titel wie „Time after Time“, „The Jive Samba“, „Skyfall“ oder „Mustang Sally“.
Immer wieder gab es Szenenapplaus für das überzeugende CBB-Solistenensemble, zu dem unter anderem Helene Gerlinger und Ute Köhler (Saxofon), Michael Ferdinand (Zugposaune), Uwe Kleber (Gitarre), Klaus-Dieter Kienzle (E-Piano) sowie der Trompeter Christian Schillo gehörte. Mit „I feel good“ als Zugabe verabschiedete sich die Band.
Samstag
Großartiges Finale mit der Complete Clapton Tribute Band
Am Abschlusstag sorgte dann die Heilbronner Tribute Band „Complete Clapton“ vor über 700 Besuchern mit Titeln wie „Give me on reason“, “„Wonderful tonight“, Layla“, „Cocaine“, „Tearing us apart“ oder „Something“ für einen stimmungsvollen Festival-Ausklang. „Die Band ist wirklich spitze“, urteilte der Trompeter der Leintalbrass-Formation, Hubert Späth.
Bürgermeister Ralf Steinbrenner bezeichnete es als „schön“, dass die Fans der Veranstaltung trotz des wechselhaften Wetters die Treue gehalten haben. Das zeige, dass das Format passe. Ein positives Fazit von „Kultur auf dem Marktplatz“ zog die Organisatorin Manuela Greiner. Es sei nicht selbstverständlich, findet die Rathausangestellte, dass Kommunen so ein Event und das bei freiem Eintritt bieten.
Text und Bilder von Josef Staudinger
Kultur auf dem Martplatz 2025
Zum zwölften Mal „Kultur auf dem Marktplatz“ - Vier Tage beste Unterhaltung bei freiem Eintritt
Seit 2012 ist „Kultur auf dem Marktplatz“ nicht nur ein herausragendes Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt Leingarten, sondern auch ein Familienfestival für alle Altersgruppen, das Jahr für Jahr knapp 3.000, überwiegend einheimische Besucher und Besucherinnen anlockt.
Ausgestattet mit einem breit gefächerten Musikangebot der Spitzenklasse, einer fantastischen Kinderaufführung und ausgezeichneten kulinarischen Genüssen, entpuppt sich das viertägige Event für die Bevölkerung auch dieses Mal wieder als „ein Ort mit hohem Unterhaltungswert, des Austauschs und der Begegnung“ mit der Möglichkeit gemeinsam zu feiern und Kultur unter freiem Himmel zu erleben. Unter dem Strich gesehen ist es Kultur mit Sound und Aroma zum Genießen. Auch die zwölfte, von der Rathausangestellten Manuela Greiner wiederum großartig organisierte Veranstaltung, erweist sich als „ein Publikumsmagnet“. „Es ist erfreulich, dass rund 90 Prozent der Gäste aus Leingarten kommen und die anderen aus umliegenden Gemeinden, resümiert Bürgermeister Ralf Steinbrenner. Eine vierköpfige Frauengruppe aus Leingarten, die am ersten und letzten Abend anwesend ist, schwärmt von „Kultur auf dem Marktplatz“ in den höchsten Tönen. Wo gebe es das heute noch, meint eine der Frauen: So ein klasse Programm und das ohne Eintritt. Und für Essen und Getränke würden zivile Preise verlangt, ergänzt ihre Tischnachbarin. Gemeinsam richten die Frauen „ein Dankeschön an die Stadtverwaltung“.
Mittwoch
Auftakt mit Theaterta
Die Auftaktveranstaltung von „Kultur auf dem Marktplatz“ bildet am Mittwoch das mobile Theater „Theaterta“ mit der Märchenaufführung „Hans im Glück“. In dem Gebrüder-Grimm-Klassiker erleben die zahlreichen Kinder vor der großen Bühne die Geschichte eines jungen Mannes, der einen Klumpen Gold erhält und sich auf eine abenteuerliche Reise begibt, um ihn gegen etwas Nützlicheres einzutauschen. Die Begeisterung des jungen Publikums ist groß.
Den Jungen und Mädchen wird in dem Märchenstück klar, dass wahres Glück nicht im Besitz von Reichtum liegt, sondern in der Zufriedenheit mit dem, was man hat. In der kindgerechten Handlung, gespielt vom Schauspieler Roman Moebus aus Erlangen, erleben sie, wie Hans sieben Jahre lang dem Besitzer eines Restaurants in Amerika als Tellerwäscher treue Dienste geleistet hat. „Bei uns wird jeder Tellerwäscher Millionär“, sagt der Besitzer und überreicht Hans zum Abschied einen Klumpen Gold, der so groß ist wie sein Kopf. Doch auf den verschiedenen Stationen seines Nachhausewegs zu seiner Mama begegnet Hans Menschen, mit denen er ins Gespräch und vor allem ins Geschäft kommt. So tauscht ein Reiter sein schnelles Pferd, das auf den Namen Ferrari hört, gegen den wertvollen Goldklumpen. „Avanti, Avanti“, rufen die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer im Chor und Hans galoppiert mit Ferrari im Eiltempo davon. Der ehemalige Pferdebesitzer lacht sich ins Fäustchen: „Das Gold ist ja 100.000 Mal mehr wert als mein Ferrari“, jubiliert er. Schon bei seinem ersten ruinösen Handel gewinnt der naiv-selige Hans (Roman Moebus) die Herzen der mitfiebernden Kinder.
Auf seinem weiteren Weg nach Hause tauscht dann ein schlitzohriger Bauer seine „dumme Kuh“ gegen das edle Pferd. Diese tauscht Hans später gegen ein Schwein und das wiederum gegen eine Gans, bis er zu guter Letzt einen Schleifstein in den Händen hält, der dann in einen Brunnen fällt. Nachdem Hans nun gar nichts mehr besitzt, zieht er froh und unbeschwert nach Hause. „Vielleicht freut sich meine Mama trotzdem, wenn ich komme“, meint Hans voller Vorfreude. Mit einem herzlichen „Tschüss, bye bye“ verabschiedet sich der Schauspieler von seinem kräftig applaudierenden Publikum. „Ihr habt toll mitgemacht“, lobt er die Kinder.
Uptown lockt am Abend die Gäste an – Eine Mega-Band
Glockenspiel, Gitarre und Ukele, dazu mehrstimmiger Gesang: So klingt der Sound der Bruchsaler Uptown Band. Das seit 22 Jahren bestehende Akustik-Trio mit dem bestens aufgelegten Frontmann Benjamin Brendelberger (Ukele), Dominik Rieger (Gitarre) und Thomas Wick (Cajon, Djembe und Glockenspiel) sorgt im Abendprogramm bei angenehmen Temperaturen knapp drei Stunden für „bärenstarke musikalische Unterhaltung“.
„Wir freuen uns, hier in Leingarten auftreten zu dürfen, erklärt Benjamin Brendelberger, um dann gemeinsam mit dem Publikum den Song „Na-Nana-Na“ anzustimmen.
„Heute ist Premiere des diesjährigen Kultur auf dem Marktplatz-Veranstaltungsreigens“, verkündete Ralf Steinbrenner. „Genießen Sie das bunt gemischte Programm“, so der Bürgermeister. Am heutigen Abend würden drei junge, fesche Männer aus dem Badischen auf der Bühne stehen. Mit diesen Worten stellt er die Uptown Band vor und fügte augenzwinkernd hinzu: „Ich hoffe, dass die Musiker im Schwäbischen noch etwas dazulernen können.“
Die Gäste auf dem Rathausvorplatz lauschen bis in die späten Abendstunden dem vielseitigen Repertoire – von Klassikern der 60er-Jahre bis hin zu aktuellen Hits. „Eine super Band“, schwärmt eine Zuhörerin, die rhythmisch in die Hände klatscht und auch die bis auf wenige Ausnahmen englisch gesungenen Texte mitsingt. „Don't pay the Ferryman von Chris de Burgh“, „Dream on“ (Amy Macdonald) Hallelujah (Jeff Buckley) „I’m Yours“ (Jason Mraz, „Don't worry, be happy“ (Bobby McFerrin) oder „Karma Chameleon“ (Culture Club), „A Bar Song“ (Shaboozey), „Einmal um die Welt“ (Cro), „The Pina Colada Song“ (Jack Johnson), „Mysterious Girl“ (Bob Marley) und „Zu spät“ von den Ärzten sind nur einige von der Band gespielten Titel.
Donnerstag
Seniorennachmittag mit Blasmusik
Mit sorgenvollen Blicken schauen die Verantwortlichen beim Seniorennachmittag am Donnerstag zum Himmel. Die etwa 300 Gäste lassen sich durch ein paar Regentropfen die gute Laune nicht vermiesen. Der von der Stadtverwaltung spendierte Kaffee und Kuchen schmeckte allen vorzüglich, für Stimmung sorgte die Massenbachhausener Blaskapelle Alte Kameraden unter der Leitung von Steffi Luippold mit einem schmissigen böhmisch-mährischen Melodienreigen.
„Auf zum Start“ heißt der Einstiegstitel der Blaskapelle, die in der Folge auch Lieder zum Mitsingen, Mitklatschen wie „Die Fischerin vom Bodensee“ oder „In Junkers Kneipe“ zu Gehör bringt. Dem beifallsfreudigen Publikum gefielen die dargebotenen Stücke und singen kräftig mit. An der Ansage von Theo Walter, der auch einige Witze klopft, scheint auch der Wettergott seine Freude zu haben.
Je länger das Orchester spielt, umso mehr verziehen sich die Regenwolken. Eitel Sonnenschein herrscht dann wieder bei den zu Gehör gebrachten Potpourris, Walzermelodien, Polkas und Märschen. Mit dem Titel „Bis bald auf Wiedersehen“, verabschieden sich die Musikerinnen und Musiker unter großem Beifall der Gäste. Als Zugabe geben sie das Stück „Böhmischer Traum“ zum Besten.
„Ihr habt alles leer getrunken und verzehrt“, sagt der vor guter Laune sprühende Bürgermeister Ralf Steinbrenner zum Publikum. Deshalb habe das Wetter gehalten, fügt er lachend hinzu. „Ihr habt es super gemacht“, lobt der Rathauschef die Musikanten und Musikantinnen.
Schlagerparty am Abend mit der Band Capri Olé
Mit einem flotten Rock 'n' Roll steigt die Sinsheimer Schlagerband Capri Olé am Donnerstagabend ins musikalische Geschehen ein.
„Wir entführen Sie mit unserer Musik in die Zeit der 50er und 60er Jahre, in die Zeit des Wiederaufbaus und Wirtschaftswunders“, kündigt Capri Olé-Sänger und Moderator Holger Ries an. Dann heißt es: „Let's have a Party!“ Eingebettet zwischen den Peter Kraus Oldie „Sugar Sugar Baby“ und den beiden Zugabetiteln, Cubby Checkers „Let's Twist again“ und „Rock Around the Clock“, mit dem Bill Haley & His Comets 1955 die Musikkultur nachhaltig veränderte, lässt das sechsköpfige Ensemble für die begeisterten Gäste eine prägende Musikepoche hautnah aufleben.
„Sie dürfen gerne das Tanzbein schwingen“, fordert Holger Ries das Publikum mehrfach auf: „Vor der Bühne hat es Platz genug.“ Zunächst halten sich die Tanzwilligen noch zurück – erst nach einer Stunde wagen sich dann die ersten Paare auf die Tanzfläche, die sich dann vor allem bei den Rock-n-Roll-Titeln immer mehr füllt.
Die Reise zurück in die Zeit der „Swinging fifties and sixties“, in der man mit 17 noch Träume hat, rote Lippen küssen soll und mit zwei kleinen Italienern bei Capri die rote Sonne im Meer versinken sieh, bereitet nicht nur der Band sichtlich Vergnügen, sondern auch den rund 500 Gästen. Traumhafte Gesangsduette von Tina Grimm und Holger Ries, wie „Steig in das Traumboot der Liebe“, das früher Caterina Valente zusammen mit ihrem Bruder Silvio Francesco gesungen hat oder „Somethin' Stupid“ (Frank Sinatra mit Tochter Nancy). Besonders Holger Ries, der unter anderem auch in der Welt der Oper, Operette und Musicals zu Hause ist, überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Tenorstimme und reißt die Zuhörerinnen und Zuhörer zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Treffliche Beispiele sind Lieder wie „Junge komm bald wieder“, Wonderful World“ oder die romantischen Songs „When a Man loves a Woman“ von Percy Sledge und „Can't help falling in Love“ von Elvis Presley.
„Die Band ist spitze“, schwärmt Birgit Schnurbusch. Sie habe eine große Bandbreite bekannter Schlager in ihrem Repertoire, bei denen man gut mitsingen könne. Die Leingartenerin ist auch vom Keyboarder voll und ganz überzeugt. Gerd Jaisle bringt die Vorstellung auf einen Nenner: Wer nicht da war, habe was verpasst.
„Hut ab vor diesem „Mega-Sänger“, lautet Bürgermeister Ralf Steinbrenners Kompliment an Holger Ries.
Der Rathauschef bedankt sich an diesem Abend auch bei seiner Mitarbeiterin Manuela Greiner für die ausgezeichnete Organisatorin von „Kultur auf dem Marktplatz“, den Technikverantwortlichen Daniel Kiesow und Cedric Strangfeld, beim Caterer Restaurant Stadtgespräch Neckarsulm und den Heuchelberg Weingärtner für den Ausschank edler Tropfen.
Freitag
Combination Big Band punktet mit Latin-, Funk- und Rock-Arrangements
Es ist Hörgenuss auf hohem Niveau, das die Besucher am dritten Tag von „Kultur auf dem Marktplatz“ von der Leingartener Combination Big Band (CBB) serviert bekommen. „Wir versuchen, die paar Regentropfen wegzublasen, versichert die Sängerin und Ansagerin Susanne Theves. Und die Big-Band-Formation hält Wort. Schon nach wenigen Takten können die Gäste ihre Regenschirme wieder einpacken.
Mit fetzigen Swingtiteln, modernen Latin- und Funk-Arrangements sowie knackigen Rocknummern gibt die spielfreudige CBB-Formation, die im Mai ihr 30-jähriges Bestehen feierte, eine überzeugende Vorstellung.
Die 25 Vollblutmusiker erreichen am Freitagabend die rund 500 Zuhörer und Zuhörerinnen nicht nur über das Ohr, sondern fesseln auch ihre Blicke. Ihr Repertoire an diesem Abend besteht aus drei Sets mit insgesamt 30 Titeln.
Mit dem Stück „Work Song“ steigt die CBB ins musikalische Geschehen ein und lässt danach den von Susanne Theves gesungenen Bluesklassiker „Every Day I Have the Blues“ folgen und im weiteren Verlauf die fantastische Jazzkomposition „Birdland“ von Joe Zawinul. Im breiten Sortiment der Stilrichtungen finden sich zahlreiche Jazzstandards sowie Latin-Jazz mit einer Titelauswahl vom CBB-Jubiläumskonzert im Mai. Immer wieder gibt es Szenenapplaus für das überzeugende Solistenensemble aus den verschiedenen Instrumenten-Registern und den Mann am E-Piano „Kladi“ Kienzle.
Mit der Zugabe „I wish“, einem Song von Stevie Wonder aus dem Jahr 1976, verabschiedet sich die Band nach drei Stunden vom begeisterten Publikum.
Die Combination Big Band sei seit 2012, dem Startschuss von Kultur auf dem Marktplatz, schon dabei und immer ein Publikumsmagnet, informiert Bürgermeister Ralf Steinbrenner. Die Band biete qualitativ hochwertige Musik.
Samstag:
Gesangsensemble „Stimmalarm“ zieht peppige Show ab
Stimmgewaltig und variantenreich entführt das rheinland-pfälzische Gesangsquartett „Stimmalarm“ das Leingartener Publikum am Schlusstag auf eine Reise durch die Musikgeschichte der letzten Jahrzehnte. Mit Leichtigkeit wechselt es von Rock zu Pop, interpretiert schwungvolle Schlager- und Musicalmelodien. Auch eigene Kompositionen haben die vier gesanglich hervorragend ausgebildeten Damen in ihrem Repertoire. Allein der Wechsel ihrer maßgeschneiderten Kostüme wäre einen Besuch wert gewesen. Eine stimmungsvolle Beleuchtung rundet die fantastische Bühnenshow der vier auch tänzerisch begabten Mädels ab.
Kopf der 2009 gegründeten Gruppe ist Nina Schromm, die in Karlsruhe Operngesang studiert und in den USA eine Schule für Pop und Jazz besucht hat. Wie ihre Chefin haben alle Mitglieder von „Stimmalarm“ eine professionelle Gesangsausbildung.
Selbst durch einen 20-minütigen leichten Regenschauer zu Beginn der Veranstaltung lassen sich die rund 700 Gäste die gute Stimmung nicht vermiesen. Schon zum Auftakt ihres Programms beweist das Frauenquartett, dass es nicht nur die leichte Muse beherrscht, sondern auch im klassischen Fach zu Hause ist. Die brillant gesungenen Titel „Somewhere Over the Rainbow“, „Everybody loves Somebody“ oder Leonard Cohens „Hallelujah“ lassen die Gäste zu Beifallsstürmen hinreißen. Mit einem Medley der schwedischen Popgruppe Abba, das mit ihren Tophits aus den 1970er Jahren wie „Gimme! Gimme! Gimme!“, „Mamma Mia“ und „Dancing Queen“ gespickt ist, verabschiedet sich „Stimmalarm“ in die Pause.
Im zweiten Teil der mit witzigen Moderationen und Comedyeinlagen aufgelockerten Show packt das in einem anderen Outfit auftretende Quartett zur Freude des beifallsfreudigen Publikums die Status Quo-Songs „Whatever you want“ und „Rockin' all over the World“ aus, dem es unter kräftigen Mitsingen der Gäste Bryan Adams „Summer of '69“ folgen lässt.
„Wir wollen euch mit dem nächsten Song zum Beben bringen“, verspricht Nina Schromm und das gelingt den vier aus der Pfalz locker mit dem Queentitel „We will Rock You“. Hits von den Sister Acts („Hail Holy Queen“ und „I will follow him“) sind in ihrem tollen Showprogramm ebenso enthalten wie der „Old Time Rock and Roll“, „Mama Loo“ von den Les Humphries-Singers oder Tina Turners Superhit „All the Best“. Auch deutsche Schlager sind zu hören. Etwa Helene Fischers „Flieger“ oder Reinhard Meys „Über den Wolken“.
Den Abschluss des offiziellen Teils bildet „Nessaja“ von Peter Maffay. Durch stürmisch geforderte Zugaberufe inspiriert geben die Pfälzer Mädels noch einmal mächtig Gas und bringen Aufreißer von Wolfgang Petry („Das ist Wahnsinn“), Andreas Gabaliers „Hulapalu“ und noch einmal „Summer of '69“ zu Gehör.
Mit den legendären Beatle-Songs „Let it Be“ und „Hey Jude“ verabschieden sich die Sängerinnen vom begeisterten Publikum. Das Einzige, was noch minutenlang nachklingt, ist Applaus.
„Das war sensationell, was ihr heute Abend geboten habt“, lobt Bürgermeister Ralf Steinbrenner den Auftritt von „Stimmalarm“: „Gott erhalte die Pfalz“, fügt er schmunzelnd hinzu. Jedes Festival habe einmal ein Ende, meint Steinbrenner: „Aber wir freuen uns schon heute auf die 13. Auflage „Kultur auf dem Marktplatz“ im nächsten Jahr.“
Positives Fazit
Die rührige Organisatorin der viertägigen Veranstaltung, Manuela Greiner, zieht ein positives Fazit. „Kultur auf dem Marktplatz hat auch nach zwölf Jahren nicht an Attraktivität eingebüßt und ihre Anziehungskraft behalten“, findet die Rathausangestellte. Dies sei in diesem Jahr einmal mehr sehr deutlich zu spüren gewesen, da alle vier Tage gut bis sehr gut besucht waren. Leider, bedauert Manuela Greiner, haben sich manche Interessierte nur auf die Wettervorhersagen verlassen und seien wegen den schlechten Prognosen nicht gekommen. Erfreulicherweise hätten sich die Besucher und Besucherinnen, die teilweise sogar täglich da waren, von ein paar Regentropfen oder angesagtem Gewitter nicht davon abschrecken lassen, Kultur auf dem Marktplatz zu genießen.
Mehrmals wurde von Besuchern angemerkt, erläutert Greiner, dass es schon etwas Besonderes sei, dass die Stadtverwaltung dieses Fest jedes Jahr anbietet, zumal bei freiem Eintritt. Man freue sich schon aufs nächste Jahr, da auch die Auswahl der Künstler abwechslungsreich und interessant ist. Ebenso bekam der Caterer, das Restaurant Stadtgespräch aus Neckarsulm, positive Rückmeldungen seitens der Gäste, die sich freuten, dass er wieder mit seinem Team dabei war.
Text und Fotos: Josef Staudinger
Die Stadt Leingarten sagt Dankeschön
Unsere Open-Air-Veranstaltung „Kultur auf dem Marktplatz“ war an allen vier Tagen sehr gut besucht. Daher bedankt sich die Stadt Leingarten bei allen Gästen für ihr Kommen, obwohl wir in diesem Jahr immer wieder mal von Nieselregen oder kurzen Regenschauern überrascht wurden.
An die Adresse unseres Caterers, das Restaurant Stadtgespräch aus Neckarsulm, mit Christian Rausch und seinem Team, der zum zweiten Mal dabei war, geht unser besonderer Dank. Das sorgfältig ausgewählte Speisen- und Getränkeangebot war der kulinarische Begleiter zum abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm. Bei den Heuchelberg-Weingärtnern aus Schwaigern mit ihrem Weinausschank bedanken wir uns für die edlen und ausgewählten Weine, die ausgeschenkt wurden. Ebenso möchten wir uns bei unseren diesjährigen Sponsoren bedanken, die uns finanziell unterstützt haben: HNVG Heilbronner Versorgungs GmbH, Kreissparkasse Heilbronn, Schuster und Partner Steuerberater, der Volksbank im Unterland sowie der ZEAG Energie AG.
Unser großer Respekt gilt allen Mitwirkenden, die mit ihren Auftritten das bunte und unterhaltsame Programm erst ermöglicht haben. Es war wieder einmal eine gelungene Veranstaltung, was uns die vielen positiven Rückmeldungen zeigten. Für die gute und professionelle Zusammenarbeit im Bereich der Licht- und Tontechnik möchten wir uns bei der Firma KR Veranstaltungstechnik aus Leingarten und dem ganzen Team bedanken. Ein weiterer Dank geht an die Firma Kraiss Security aus Heilbronn, die von Anfang an für die Nachtwache zuständig ist.
Außerdem danken wir recht herzlich allen Nachbarn und Anwohnern für ihr Verständnis, da es beim Auf- und Abbau sowie an den Veranstaltungstagen manchmal etwas lauter zuging. Danke an unsere drei Reinigungskräfte vom Rathaus, Elena Guwa, Aranka Hasis und Angela Merola, die immer für die Sauberkeit der Toiletten sorgten, sowie täglich im Hintergrund unterstützend tätig waren. Ebenso ein großes Dankeschön an die Beschäftigten vom Bauhof, die tatkräftig für einen reibungslosen Auf- und Abbau sorgten und an den Veranstaltungstagen jederzeit mitgearbeitet hatten. Weiterhin bedanken wir uns ganz herzlich beim DRK OV Leingarten, der täglich vor Ort war.
Abschließend danken wir dem Gemeinderat, dass bei den jährlichen Haushaltsplanungen die finanziellen Mittel für die Veranstaltung „Kultur auf dem Marktplatz“ eingestellt werden.
Kultur auf dem Marktplatz 2024
Zum elften Mal „Kultur auf dem Marktplatz“: Eine Erfolgsstory bei freiem Eintritt
Vier Tage lang gute Laune, musikalische Darbietungen der Spitzenklasse, ein großartiges Kinderprogramm, beste Unterhaltung und gute Verköstigung durch das Neckarsulmer Restaurant und Catering Stadtgespräch: Das ist „Kultur auf dem Marktplatz“ – eine Erfolgsstory, die 2012 begann und wie Bürgermeister Ralf Steinbrenner herausstellte „der kulturelle Höhepunkt im städtischen Veranstaltungsreigen ist“. Es ist ein Event vor allem für Leingartener, von der Stadtverwaltung finanziert, für die Besucher daher kostenlose Kultur unter freiem Himmel. Auch die elfte, von der Rathausangestellten Manuela Greiner wiederum super organisierte Veranstaltung, war ein Publikumsmagnet. Mehrere Tausend Besucher strömten vom Mittwoch bis Samstag auf den Rathausvorplatz, um die einzigartige Atmosphäre und die großartigen Darbietungen der Akteure auf der Bühne zu genießen. „So ein Fest wie in Leingarten wird nicht überall geboten“, schwärmte eine begeisterte Besucherin. Woanders müsse man bei adäquaten Veranstaltungen tief in den Geldbeutel greifen. Die aufgetretenen Künstler, so Manuela Greiner, hätten nicht nur das kulturelle Event in den höchsten Tönen gelobt, sondern auch den idealen Standort vor dem Rathaus.
Mittwoch:
Auftakt mit dem Liedertheater Altmann
Den Auftakt von „Kultur auf dem Marktplatz“ bildete am Mittwoch das Liedertheater Altmann mit der Kinder-Zirkusaufführung „Der Löwe lacht“.
Auch wenn das Stuttgarter Ensemble Vladislava und Christof Altmann hauptberuflich seit über 30 Jahren mit seiner Reisebühne über die Lande zieht, präsentierte es sich alles andere als in die Jahre gekommen. Das glänzend harmonierende Duo verstand es prächtig, die rund 130 großen und kleinen Besucher am Mittwochnachmittag zum Auftakt der viertägigen Leingartener Veranstaltungsreihe „Kultur auf dem Marktplatz“ von der ersten Minute an zu fesseln. „Traditionsgemäß beginnen wir am ersten Tag mit einem Kindertheater“, sagt der Hauptamtsleiter Philipp Burzynski, bevor er die Bühne für die beiden Künstler freigibt. Und die legen gleich richtig los. Christof Altmann als Zirkusdirektor Christofferus Wackelzahn und Vladislava Altmann (Ladulina), „aus der weltberühmten Zirkusfamilie Pepperoni“, präsentierten flott, einfallsreich, kreativ ein humorvolles Kinderprogramm.
Als erste große Attraktion kündigte das Schauspieler-Ehepaar den Löwen an. Doch der wollte erst mal nicht – „ganz allein, vor so vielen Menschen?“ Mithilfe der Zuschauer ließ er sich überreden und sang gemeinsam mit den Kindern sein Lied „Der Löwe lacht“. Aber auch der weitere Fortgang des Liederzirkus wäre ohne die Hilfe von mutigen
Mädchen und Buben auf der Bühne undenkbar gewesen. Hatten doch die Kunstschützin und der Zauberer solches Bauchweh, dass sie unmöglich auftreten konnten. Ganz zu schweigen von den Reiterinnen und Reitern. Zwischendurch besuchte der „Sultan von Arabien“ den Zirkus als Ehrengast auf seinem „original fliegenden Teppich“ und der Drache Fridolin spuckte Feuer. Als es schließlich hieß: „Was wär's, 'nen Zirkus anzuschau'n, ohne diesen lustigen Clown“, ging eine bunte Zirkusstunde gespickt mit Liedern zum Mitsingen und Mitmachen wie im Flug vorüber.
Frank Family Music
Im Abendprogramm des ersten Tages überzeugte die Frank Family aus Hockenheim, bestehend aus Christin Kieu und Mike Frank mit ihrer Tochter Sabah Frank sowie Giovanni Emanuele am Schlagwerk dann drei Stunden lang die zahlreich erschienenen Gäste mit wohlklingenden Pop-, Jazz-, Swing- und Soulrhythmen. Ihr Programm
beinhaltete unter anderem gefühlvoll zu Gehör gebrachte Neuinterpretationen bekannter Songwriter wie Christopher Cross, James Taylor, Norah Jones oder Fleetwood Mac.
Die bereits mehrfach ausgezeichneten Künstler überzeugten mit feinen Klavier- und Gitarrenklängen sowie Perkussions-Rhythmen gepaart mit dreistimmigem Gesang. Neben Coversongs präsentierte die Frank Family auch eigene, mit großem Beifall bedachte Musiktitel. Die entspannte Live-Musik der Band erwies sich als „idealer Türöffner für das viertägige Open-Air-Festival“.
Donnerstag:
Senioren-Nachmittag mit den Leintalmusikanten
Mit sorgenvollen Blicken schauten die Verantwortlichen beim Senioren-Nachmittag am Donnerstag zum Himmel. Die Gäste, die sich durch den einsetzenden Regen ihre gute Laune nicht vermiesen ließen, nahmen zunächst unter den großen Sonnenschirmen oder unter dem Vordach des Rathauses Platz. Für Stimmung sorgte die Massenbachhausener Blaskapelle Alte Kameraden „Leintalmusikanten“ unter der Leitung von Albrecht Fauser mit schmissigen böhmisch-mährischen Liedbeiträgen.
„Lasst euch grüßen, hieß der Auftakttitel der zwölf Musikanten, die in der Folge auch Lieder zum Mitsingen, Mitklatschen wie „Jetzt trink ma noch a Flascherl Wein“ oder „Ein treuer Husar“ zu Gehör brachten. Dem beifallsfreudigem Publikum gefielen die dargebotenen Stücke und sangen kräftig mit. An den flotten Sprüchen des Dirigenten gepaart mit der dargebotenen Blasmusik schien auch der Wettergott seine Freude zu haben, je länger das Orchester spielte, umso mehr verzogen sich die Regenwolken. Eitel Sonnenschein herrschte dann bereits bei den zu Gehör gebrachten Stücken wie „Lieder, die von Herzen kommen“, „Im schönen Leintal“ oder „Böhmischer Traum“. Mit dem Titel „Bis bald auf Wiedersehen“, verabschiedeten sich die Leintalmusikanten unter großem Beifall der Gäste. „Wenn ihr wollt, kommen wir nächstes Jahr gerne wieder“, versicherte Albrecht Fauser.
DooWopMädla auf Kartoffelsalat-Tour
„Wir haben heute Abend vier heiße Mädels zu Gast: Drei aus Stuttgart, eine aus Welzheim.“ So kündigte Bürgermeister Ralf Steinbrenner verschmitzt lächelnd die vier
DooWopMädla Anette Heiter, Gesa Schulze-Kahleyß, Babs Steinbock und Susanne Härle an. „Wenn man vor dem Leingartener Rathaus spielen darf, habe man es schon ganz schön weit gebracht“, erklärte Anette Heiter, die nach eigenen Angaben Schwäbin von Geburt, Musikerin aus Leidenschaft und Texterin aus Berufung sei und stets für jeden Blödsinn zu haben ist.
Ungeniert und auf schwäbisch trug die Gesangs-Formation bei ihrer „Kartoffelsalat-Tour“ dann Welthits aus den 1950er- und 1960er-Jahren vor. So machte das mehrfach sein Outfit wechselnde Quartett zum Vergnügen des Publikums aus dem Acappella-Klassiker „Mr. Sandman“ die verunglückte Blind-Date-Geschichte „Bisch du d’Sandra?“, dem Evergreen „Only you“ der US-amerikanischen Doo-Wop-Gruppe The Platters „I nemm zu“, dem Lied Lollipop des berühmten Gesangsquartetts The Cordetts einen „Lellapepl“ und aus Dean Martins „Volare“ eine Ode an ein besonders schönes schwäbisches Wort für jemanden, der einfach zu lasch für diese Welt ist: „Ein Löhle“. So stilecht wie die Petticoats des Frauen-Quartetts aussahen, sind auch ihre Arrangements. Man konnte fast meinen, bekannte amerikanische Gesangsgruppen der 1950 Jahre zu hören, nur dass man endlich die Texte verstand – sofern man des Schwäbischen mächtig ist. Wer es konnte, freute sich über die gelungenen Pointen, wenn nicht, amüsierte man sich über die ausgefuchste, temperamentvolle und witzige Choreografie.
Der Lockdown um den Jahreswechsel 2020/21 hatte durchaus etwas Gutes: In dieser Zeit hatten sich nämlich die vier Frauen, die ansonsten mit ihren Bühnenprojekten komplett ausgelastet waren, zusammengefunden und zunächst via Internet geübt. Nachdem es gleich von Anfang an großartig geklappt hat, haben sie die anfängliche Schnapsidee zum Dauerprojekt befördert und sich daran gemacht, als DooWopMädla die Bühnen zu erobern. Natürlich wurde den sich köstlich amüsierenden Gästen auch live den zum Internet-Hit avancierten „Kartoffelsalat“ zelebriert, ebenso wie der Maultascha-Rock'n'Roll oder der schwäbische Büfett- und Müller-Thurgau-Song.
Freitag:
Musikalisches Feuerwerk der Combination Big Band
Swing, Jazz, Blues und Pop – die Mischung stimmte. Mit prickelnden unter die Haut gehenden Rhythmen, virtuosen Solos, authentischem Sound und bärenstarken Gesangseinlagen löste die Combination Big Band Leingarten am Freitagabend Begeisterungsstürme aus. „Easy Listening Sound Deluxe“, sinngemäß: Leichtes Zuhören von hoher musikalischen Qualität – das bekamen die rund 500 begeisterten Besucher am vorletzten Tag der Veranstaltungsreihe „Kultur auf dem Marktplatz“ geboten. Bei
sommerlichen Temperaturen spulten die Musiker ein zweieinhalbstündiges Programm herunter. Aufpeitschende Riffs und feurige Rhythmen heizten ein, cool-beschwingte Melodien sorgten für Entspannung. „Seit 2012 ist die Combination Big Band bei der Veranstaltung Kultur auf dem Marktplatz ein Garant bester musikalischer Unterhaltung“, betonte Bürgermeister Ralf Steinbrenner, ehe die Formation um Bandleader Michael Ferdinand und dem musikalischen Leiter Stefan Weigel Fahrt aufnahm.
„Pick up the Pieces“ hieß der erste von insgesamt 29 Titeln, den der Moderator und Sänger Jürgen Püschel ankündigt. Beim vierten Stück, „Jump“, das Mitte der 1980er-Jahre in den USA wochenlang Platz eins der Charts belegte, griff er dann gesanglich ins Geschehen ein. Den Sammy-Davis-Junior-Song „Mr. Bojangles“ interpretierte er ebenso pfiffig und originell wie beispielsweise das bluesige Roger Holmes-Arrangement „Fever“, „Eye of the Tiger“ von der amerikanischen Rockband Survivor, den Big-Band-Klassiker „Fly Me to the Moon“ oder „Soul Man“. Den Titel „Route 66“ sang er nicht nur, sondern er hat, wie er erklärte, die von Chicago nach Kalifornien führende Strecke mit dem Auto teilweise auch selbst befahren.
Mit dem Titel „Just the Two of us“ setzt die stimmgewaltige Sängerin Susanne Theves ein erstes Ausrufezeichen. Es folgen die fantastisch interpretierten Songs wie „Time after Time“, Carole Kings „Hard Rock Café“, „Smooth Operator“, „Feeling good“ und „Street Life“. Auch ihre zusammen mit Jürgen Püschel gesungenen Duette wie „Mustang Sally“ und „You can leave your Hat on“ kamen beim Publikum bestens an. Immer wieder gab es auch Applaus für das blendend aufgelegte Instrumental-Solisten-Ensemble. Mit der Zugabe „I feel Good“ verabschiedet sich die Band vom kräftig applaudierenden Publikum.
Samstag:
Willenlos Sexy – Westernhagen-Tributeband rockte die Bühne
Wow, was für ein Abschluss! Die neunköpfige Unterländer Westernhagen-Tributeband Willenlos Sexy mit ihrem charismatischen Frontmann Dr. Timo Werner aus Neckarsulm löste am Abschlusstag des viertägigen Leingartener Open-Air-Events Begeisterungsstürme unter den rund 800 Besuchern aus.
In einer energiegeladenen Live-Show präsentierte die Band, die bekanntesten Rockklassikern des Düsseldorfers Megastars Marius Müller-Westernhagen ebenso, wie selten gespielte Raritäten. Ihr besonderer Programm-Mix beeindruckte Jung und Alt. Frontmann Timo Werners Stimme sei unglaublich nah am Original, schwärmte ein begeisterter Westernhagen Fan. Und die gut eingespielte professionelle Band habe für ein authentisches Konzertfeeling gesorgt, ergänzte sein Tischnachbar. Mit dem Song „Es geht mir gut“, eine ironische und melancholische Ode auf das Leben ohne Sorgen und Konsequenzen, bildete den Auftakt ihres zweieinhalbstündigen, schweißtreibenden Programms.
Weitere bekannte Gassenhauer wie „Pfefferminz bin ich dein Prinz“, „Es geht mir gut“, „Willenlos“, „Mit 18“, „Weil ich dich liebe“ oder „Johnny Walker“ ließ die Stimmung unter den Gästen ständig steigen. Die Westernhagen Coverband nahmen sie mit auf eine Zeitreise und ließ dabei fast vier Jahrzehnte Musikgeschichte lebendig werden … Ein fantastischer Sänger, eine Rhythmus-Gruppe, die rockt und groovt nebst einem hervorragenden Saxofonisten sorgten für einen satten Westernhagen Sound, der die
Herzen der Westernhagen Fans höher schlagen ließ. Die stürmisch verlangte Zugabe am Ende des Konzerts wurde von der Band zur Freude der begeisterten Gäste mit den beiden Glanznummern „Willenlos“ und „Sexy“ bestens erfüllt.
Positive Bilanz
„Der Wettergott hat bei der elften Auflage von „Kultur auf dem Marktplatz“ bis auf eine kleine Ausnahme mitgespielt“, freute sich Ralf Steinbrenner. Dass die Veranstaltungsreihe wieder sehr guten Zuspruch gefunden hatte, wertete der Bürgermeister als „ein Zeichen, dass der Geschmack des Publikums getroffen wurde“.
„Die einjährige Vorbereitungszeit für das Kultur-Highlight unter freiem Himmel hat sich gelohnt“, freute sich Manuela Greiner. Die Organisatorin zog ein positives Fazit: vom Besuch und vom Unterhaltungswert. Ein Dankeschön sprach sie dem Restaurant/Caterer Stadtgespräch aus, das erstmals den kulinarischen Part der Veranstaltung übernommen hatte und ein abwechslungsreiches, schmackhaftes Essen mit kalten und warmen Speisen anbot. Ein Anziehungspunkt vor und nach den Programmpunkten und gleichzeitig eine Kommunikationsplattform für lockere Gespräche war der Stand von Christian Hirsch Weine. Lobend erwähnte Manuela Greiner auch den Bauhof für die „tatkräftige Unterstützung bei den Auf- und Abbauarbeiten“.
Text und Fotos: Josef Staudinger


